Montag, 20. April 2015

So unglaubich viel

Hallo meine Lieben,

Mein letzter Blogpost ist jetzt schon wieder ein ganzes Weilchen her. Ich wusste einfach ganz lange nicht worüber ich schreiben sollte, denn mein Leben hier läuft weiter und weiter und wird für mich zum Alltag. Ich erlebe so viele tolle Dinge und meine tägliche Arbeit macht mir total Spass, ist für mich aber doch alltäglich. Deswegen wusste ich nie genau worüber ich schreiben sollte, auch wenn viele Dinge wahrscheinlich für euch spannend und neu sind.

Ich kann sagen, dass sich jetzt so ziemlich meine Arbeit eingespielt hat und die Dinge, die ich mache eine Routine haben. Vor allem die Kinder- und Jugendarbeit, also Jugendgruppe, Konfis und Kindergottesdienst sind inzwischen ziemlich eingespielt, da ich sie ja seit Anfang des Jahres schon mache.
Zu Karfreitag vor 2 Wochen gab es einen gemeinsamen Abend mit der katholischen Jugendgruppe zu dem wir uns mit Helden beschäftigt haben. Ich war total begeistert, denn meine Gruppe sollte sich mit Dietrich Bonhoeffer beschäftigen. Die Jugendlichen waren davon zwar nicht ganz so begeistert, aber wir haben ein schönes Ergebnis erarbeitet und der anschließende ökomenische Gottesdienst war sehr schön und besinnlich.
 Meine regelmäßigste Arbeit, die "Culte Pause", also der kleine Gottesdinst einmal die Woche, ist inzwischen zu eine netten, relativ beständigen Runde geworden, die Alice und mich gut kennt und mit denen es immer nett ist zu quatschen.
Die Arbeit in den Obdachlosencafés macht mir immer mehr Spass, da ich auch dort langsam mehr Verantwortung übertragen bekomme und die Arbeit somit viel ausfüllender ist.
Mein neuer Job in der "Krankenhausseelsorge" ist somit noch das Arbeitsfeld bei dem es am meisten zu entdecken gibt und ist jedes Mal anders. Da in Frankreich Staat und Kirche getrennt sind, haben Vertreter der Verschiedenen Religionen nicht das Recht auf Stationen in Krankenhäuser zu gehen und ihre Religion zu präsentieren. Deshalb mache ich auf der Naurologiestation, die ich mir mit meiner Tutorin teile, Informationsbesuche. Ich gehe also in die Zimmer und stelle die Krankenhausseelsorge der evangelischen und katholischen Kirche und der muslimischen Gemeinde vor und stelle mich als Gesprächspartnerin zur Verfügung bzw. biete an eine Nachricht für meine Kollegen zu hinterlassen. Außerdem ist es wichtig zu betonen, dass kein Gespräch über Religion, Glaube etc. geführt werden muss, sondern, dass es alleine um einen Austausch geht. Die meisten Menschen, denen ich damit begegne, finden das als Idee zielich gut, haben aber nicht das Bedürfnis sich zu unterhalten. Ich treffe also auf viel Freundlichkeit, aber trotzdem "Abweisung"(mir fällt gerade kein besseres Wort dafür ein). Ich habe aber auch schon mehrere kurze und ein sehr langes und intensives Gespräch geführt und das hat mir sehr viel Spass gemacht und ich kann aus dieser Arbeit sehr viel Gutes ziehen.

Jetzt kommen wir zu den letzten 2 Wochen, denn in denen ist dann ganz viel passiert:

Zu Ostern habe ich Besuch von meiner lieben Familie bekommen. Ich hab mich unendlich gefreut sie zu sehen, ihnen Montpellier zu zeigen und sie auch ein bisschen zur Arbeit mit zu nehmen. Denn zu Ostern wurde ich gebeten zusammen mit weiteren Musikern den Gesang der Gemeinde mit der Geige zu begleiten. Also waren wir alle zusammen im Ostergottesdienst und es hat mir Spass gemacht mal wieder Geige zu spielen. Außerdem gab es im Gottesdienst 3 Taufen von Erwachsenen, das war auch sehr interessant: Zuerst stellt der Pfarrer die Frage, ob man getauft werden möchte, übergießt den Täufling anschließend mit Wasser (und übergießen ist hier das richtige Wort) und anschließend erzählt der Täufling in einer Kurzen ansprache warum er sich taufen lässt und was Glaube für ihn bedeutet.
Aber auch sonst war es sehr schön mit meinen Lieben: wir waren am Strand, sind durch die Innenstadt von Montpellier geschlendert und haben uns in die süßen, kleinen Cafés gesetzt.























Dann gleich nach meiner Familie hatte ich noch Besuch von meiner lieben Freundin Aileen. Es hat mir total Spass gemacht mit ihr surch Montpellier zu schlendern, ein bisschen zu shoppen, Kaffee zu trinken, zu quatschen und die Sonne zu genießen.

Und dann folgte das letzte Wochenende mal wieder eine Reise und diesmal ging es für Alice und mich nach Barcelona.
Also sind wir um 4 Uhr morgens am letzten Donnerstag in Montpellier in den Bus gestiegen um dann gegen 8 Uhr in Barcelona anzukommen. Schon nach den ersten Stunden habe ich mich in diese Stadt verliebt: die vielen kleinen Ecken und Gassen, aber gleichzeitig auch die riesigen Straßen. Die Altstadt mit ihrer Ruhe und gleichzeitig die Großstadt haben mich total begeistert. Alice und ich hatten uns dafür entschieden Barcelona zu Fuß zu erkunden und somit bin ich 3 Tage lang fast durchgehend gelaufen, aber habe somit auch viele Ecken gesehen, die mir bestimmt sonst verborgen geblieben wären und wir sind immer wieder durch Zufälle in wunderschöne Plätze, Parks oder auch mal ein Straßenfest reingestolpert. Auch die spanische Sprache hat mich mal wieder total in ihren Bann gezogen. Ich finde sie wunderschön und war total begeistert davon  (neben viel catalan) viel spanisch auf der Straße zu hören. Schade war nur, dass ich trotz 3 Jahren Spanischunterricht meistens nur 1/4 verstanden habe und so gut wie nichts sagen konnte. Da war einfach nur noch französisch!
Es war ein super schöner Kurzurlaub und ich war definitiv nicht das letzte Mal in Barcelona.

Und machmal stößt man einfach durch Zufall auf ein Straßenfest...
...auf dem es dann noch "patatas bravas" gibt
Eins meiner absoluten Highlight: Die Sagrada Familia


Und damit geht auch dieser Blogpost zu Ende. Ich hoffe euch allen da draußen geht es gut und ihr habt Spass an dem was ihr gerade tut. Ganz liebe Grüße und bis bald,
<3
Jana

Montag, 23. März 2015

Update

Hallo meine Lieben,

Hier folgt ein kleines Update was so vor sich geht.

Bei mir ist alles in Ordnung! Die letzten Wochen waren geprägt von der Vorbereitung verschiedenster Jugendgreuppen, Konfigruppen etc. und das hat irgendwie sehr viel Zeit in Anspruch genommen und somit hatte ich einen relativ vollen Terminplan.


So hab ich zum Beispiel letzte Woche mit Alice zusammen ein Spiel für unsere Konfigruppe entworfen: Das Bibel-und-Luther-Spiel. Hier seht ihr unseren gebastelten Spielplan, ich finde er ist uns gelungen:


Dann war letzte Woche in der Jugendgruppe eine Gruppe von 3 Jugendlichen zu Besuch, die sich in einer Initiative von Taizé engagieren, die Jugendliche in Gruppen für einen Monat in verschiedene europäische Länder schickt, um dort von Taizé und dem Leben dort zu berichten. Es war ein sehr interessanter Besuch und vor allem das Beten wie in Taizé hat mir mal wieder sehr gut gefallen und mich in Erinnerungen schwelgen lassen.

Dann habe ich mein letztes Wochenende auf einem "Week-end KT"(Konfiwochenende) in Sommiéres, eine Stunde von Montpellier entfernt. Es war ein schönes Wochenende, alle Animationen, die wir vorbereitet hatten, haben sehr gut funktioniert und ich habe sogar etwas Geige gespielt. Außerdem haben wir nicht wie sonst die ganze Zeit in der Jugendherberge verbracht, sondern sind auch ein bisschen in den Ort gegangen, der super schön ist. Ich hab hier ein kleines Foto von einem Aussichtspunkt:



Auch die Jugendherberge war total super, denn sie war frisch renoviert, super modern und ökologisch ausgerichtet. Also ein sehr gutes Wochenende und jetzt starte ich wieder in eine normale Woche.
Zu meinem bald beginnenden Projekt Krankenhausseelsorge kann ich nur sagen, dass ich inzwischen auf einer Fortbildung war und immer wieder treffen mit der verantwortlichen Pfarrerin und es jetzt bald losgehen kann.

So...das wars auch schon wieder. Ich sitze hier gerade bei strahlendem Sonnenschein und wundervollen Temperaturen, also werd ich die mal weiter genießen! Habt eine gute Woche und bis bald!
<3
Jana

Donnerstag, 5. März 2015

Ganz viele Reisen




Hallo meine Lieben,

Ich melde mich zurück aus Montpellier! Nach 2 Wochen an den verschiedensten Orten finde ich es schön wieder zu Hause angekommen zu sein und wieder in mein Alltagsleben zu finden. Hinter mir liegen 2 wundervolle Wochen mit wundervollen Menschen bzw. meiner EKiR-Familie.
Aber ich fange mal von Vorne an...

Grenoble

Zuerst habe ich mich zu meiner Freundin und Mitfreiwilligen Anna nach Grenoble aufgemacht. Grenoble liegt mit dem Zug ca. 2 Stunden von hier entfernt in den französischen Alpen und ist eine super süße Stadt mitten in den Bergen. Anna arbeitet dort, wie ich als Freiwillige in einer protestantischen Kirchengemeinde und wohnt in einem Studentenwohnheim. Es hat total Spass gemacht Grenoble zu erkunden, viel wandern zu gehen und zu quatschen. Ich habe es total genossen eine ganz andere Seite von Frankreich zu sehen und viel Zeit draußen in der Natur zu verbringen. Es war schön mal wieder richtig Urlaub zu machen und ich hatte eine gute Zeit.

Die Aussicht von der Bastille auf Grenoble



Helsinki

Nach 4 Tagen in Grenoble ging es dann für Anna und mich mit dem Zug nach Paris und anschließend mit dem Flugzeug nach Helsinki. Dort angekommen haben wir uns gleich auf in die Innenstadt gemacht, wo unser Appartement lag und wir unsere Mitreisenden/Mitfreiwilligen getroffen haben. Vor unserem Zwischenseminar wollten wir nämlich zusammen noch einen kleinen Urlaub einlegen. Wir, das sind übrigens Alice (sie war zwischensurch in Deutschland und wir haben uns dann in Helsinki wieder gesehen), Clara ( EKiR-Freiwillige in England), Susanna (EKiR-Freiwillige in Frankreich), Jonas (EKiR-Freiwilliger in Rumänien) und Jonathan (EKiR-Freiwilliger in England) und ich. Wir hatten 2 kleine Appartements gemietet, die super schön und komfortabel waren und in denen wir uns gleich wohl gefühlt haben. Generell war das Ankommen in Helsinki für mich gleich ein Gefühl des nach-Hause-Kommens und es hat mich total gefreut all die lieben Menschen zu sehen.
Die nächsten 3 Tage haben wir dann damit verbracht Helsinki zu erkunden. Helsinki ist eine kleine, niedliche Stadt mit vielen schönen Ecken. Ich war das erste Mal in meinem Leben in einer orthodoxen Kirche und wir haben auch bei stürmischen Böhen eine kleine Insel vor Helsinki erkundet, die sich komplett vom städtischen Leben abgrenzt und eher an Bullerbü erinnert.
Insgesamt war auch die Zeit in Helsinki super schön und wir konnten ganz viel reden und lachen und es war sehr interessant von vielen Verschiedenen Geschichten, Erlebnissen und Erfahrungen zu hören.

Anna, Alice, Clara und ich
Die Felsenkirche


Tallinn

Nach 4 Tagen in Helsinki ging es dann auch gleich wieder weiter nach Tallinn zu unserem Zwischenseminar der EKiR mit allen Freiwilligen aus Europa (Also noch 6 Freiwilligen aus Russland und es kamen noch 3 Freiwillige einer anderen Organisation aus Estland und der Slovakai dazu). Nach einer 2-stündigen Fahrt mit der Fähre (und nachdem wir 1 Stunde mit unseren Koffern durch die Innenstadt von Helsinki gerannt sind) kamen wir in Tallinn an. Auch Tallin ist eine kleine, süße Stadt mit einem kleinen, historischen Stadtkern und ich habe sie gleich auf den ersten Blick ins Herz geschlossen, auch wenn man sich manchmal daran erinnern musste, dass es sich bei Tallinn um die estnische Hauptstadt handelt.
Ich habe die Woche in Tallinn unglaublich genossen. Die Stadt zu erkunden (und vor allem unsere selbst organisierte Stadtführung) hat sehr viel Spaß gemacht und ich habe ein paar schöne, kleine Ecken gesehen.
Außerdem hatten wir natürlich auch viele "Seminar-Einheiten", also Reflektionsphasen, Gespräche und Gruppenübungen, die mir super viel Spass gemacht haben. Ich habe auf dem Seminar gemerkt wie viel sich schon verändert hat und wie ich mich in den letzten 6 Monaten weiterentwickelt habe- eine sehr schöne Erfahrung. Außerdem war es toll auch die anderen Freiwilligen wieder zu sehen und sich mit ihnen auszutauschen. Auch, wenn wir im letzten Sommer nur 3 Wochen miteinander verbracht haben, war es wie alte Freunde wiederzutreffen. Ich hatte also mal wieder eine schöne Zeit und war dementsprechend traurig, als wir uns am Samstag dann wieder getrennt haben und jeder zurück in sein Freiwilligen-zu-Hause gekehrt ist. Aber wir sehen uns alle im Sommer in Deutschland bei unserem Rückkehrerseminar wieder.


"Die Französinnen"

Die orthodoxe Kirche von Tallinn

Jetzt bin ich wieder in Montpellier und kann gestärkt in mein 2. Halbjahr in Montpellier starten. Ich bin sehr gespannt, was es so alles mit sich bringen wird.

Was ich in meinem letzten Eintrag ganz vergessen habe, ist euch von meinem Geburtstag am 13. Februar zu erzählen: Es war der letzte Tag der Skifreizeit und die Jugendgruppe hat mir ein Ständchen gebracht und ich hab ein paar liebe Karten bekommen. Nach der Rückreise nach Montpellier erwartete mich unsere Mitbewohnerin Solène mit einem Kuchen und Geburtstagsdeko und wir waren zusammen als WG in einem vegetarischen Restaurant. Alles in allem ein ganz anderer Geburtstag als sonst, aber trotzdem sehr schön!
Außerdem haben mich in der letzten Zeit viele liebe Pakete und Karten von euch allen da draußen erwartet und das hat mich total gefreut! Vielen, vielen, lieben Dank!

Habt ein schönes Wochenende meine Lieben und lasst es euch gut gehen!
Bis bald,
<3
Jana

Samstag, 14. Februar 2015

Die Skifreizeit

Hallo ihr Lieben,

Ich bin gerade gestern Abend von der Skifreizeit wieder gekommen und bevor ich am Montag schon wieder weiter ziehe, wollte ich euch ganz kurz davon berichten.

Ich war die letzte Woche in der Jugendherberge Champfleuri in einem kleinen Dorf in der Nähe von Grenoble. Bei Champfleuri handelt es sich um eine asehr internationale Jugendherberge, da sie auch Freiwilligendienste und Bibelkurse für internationale Studenten anbietet. Wir sind also auch zum ersten Mal auf andere "année diaconale" getroffen, eine neue Erfahrung.
Eine Schneeballschlecht im Hof der Jugendherberge

 Am Samstagmorgen ging es mit dem Bus 4 Stunden dorthin. Ich bin mit gemischten gefühlen hingefahren, denn wie die meisten von euch wissen beschränkt sich meine Skierfahrung auf eine Woche Skifreizeit in der 9.Klasse.

Deshalb habe ich mich auch dazu entschieden bei den Anfängern zu bleiben. Hatte ich...
Gleich am ersten Tag meinte ein anderer Jugendleiter: "Komm du fährst mit hoch und ich erklär dir ein bisschen was!"
Das endete damit, dass ich in einer Mischung aus Schneesturm und Nebel die Rote Piste eher runter gerutscht als gefahren bin. Es war nicht gerade mein Highlight der Fahrt. Aber ich bin trotz allem heil unten angekommen und ab dann auch wirklich bei den Anfängern geblieben.
Dort konnte ich auch mit lieben Worten, Motivation und Erklärung sehr viel besser helfen und die Ski-Zeit hat mir dort auch sehr viel Spass gemacht.

Sonst gab es immer wieder ein gemischtes Abendprogramm mit Bibelarbeit, Filmen und Spielen. Die Abende waren immer super lustig und haben viel Spass gemacht. Es war immer ziemlich lustig und ich habe viele Jugendliche von einer anderen Seite kennen gelernt. Außerdem war die Gruppe alterstechnisch sehr gemischt und viele der Jugendlichen, die mitgefahren sind, kommen nicht regelmäßig zur Jugendgruppe. Also eine sehr interessante Gruppe mit vielen unterschiedlichsten Persönlichkeiten, was sich auch in verscheidensten Reflektionen, aber auch Spielen gezeigt hat und sehr interessant war.

Außerdem waren bei diesem Camp auch die 2 Kinder von unserer Pfarrerin Christine mit von der Partie, also hab ich auch viel auf die beiden aufgepasst und bin mit ihnen Ski gefahren. Die beiden sind super süß und somit war das auch ein sehr cooler Teil dieser Fahrt.

Hier sind noch ein paar Fotos von der wunderschönen Umgebung:

Im Skigebiet


Ein Picknick bei dieser Aussicht- herrlich



Aber ich will euch je ehrlich von meinem Aufenthalt berichten und so viel Spass mir die Fahrt und die schöne Zeit gemacht hat, so gab es doch auch ein paar Dinge, die mir nicht so gefallen haben. Ich bin jetzt aber noch zu beschäftigt damit, um euch davon distanzert berichten zu können, also lasse ich es lieber vorerst und nutze die 2 kommenden Wochen, um darüber nachzudenken bzw. mich davon abzulenken und dann wieder aufgetankt in die 2. Hälfte meines Jahres zu starten.
Denn am Montag geht es auf nach Grenoble und anschließend in den hohen Norden und ich freue mich schon riesig!
Also mache ich mich mal ans Kofferpacken!
Liebste Grüße,
<3
Jana

Samstag, 31. Januar 2015

Der ganz normale Wahnsinn

Guten Morgen meine Lieben,

Eine ruhige Woche in Montpellier geht zu Ende und das Wochenende folgt. Das nutz ich doch mal gleich aus, um euch zu berichten, wie es mir diese Woche so ergangen ist.

Letztes Wochenende war dere Soirée Cabaret der Jugendgruppe der Gemeinde. Das ist ein Abend, der von den Jugendlichen organisiert wird und an dem sie singen, tanzen und weitere Talente vorführen, um von Eltern, Verwandten, Freunden und weiteren Interessierten geld für ihre anstehenden Projekte, wie die Skifreizeit oder auch die Sommerfreizeit zu sammeln. Mütter aus der Jugendgruppe hatten ein riesieges Essen mit mehreren Gängen für 40 Gäste gekocht, die Jugendlichen haben gekellnert und zwischendurch gab es immer wieder Showeinlagen.
So kam es, dass ich den ganzen letzten Samstag in der Kirche verbracht habe, um Tische zu decken, die letzten Lieder einzuüben und alles für den Abend vorzubereiten. Und obwohl sowohl die Proben, als auch am Abend hinter den Kulissen es absolut chaotisch war, Pläne in der letzten Minute über den Haufen geworfen wurden und die Show aus sehr viel Improvisation bestand, war der Abend ein riesen Erfolg. Alle Gäste waren begeistert und haben die Arbeit, Vorbereitung und natürlich das Essen gelobt. Der Tag hat sehr viel Spass gemacht und ich war über so manches Talent der Jugendlichen dann doch sehr erstaunt.

Alice und ich mit unseren Jugendleiterkolleginnen und einem Jugendlichen

Der geschmückte Saal


Sonst gibt es noch eine andere Neuigkeit: Ich habe eine Geige!
Nein, das ist kein Witz, ob ihr es glaubt oder nicht. Letzten Dienstag klingelt es mittags an der Tür und ein Gemeindemitglied steht vor der Tür und sagt: hier ist deine Geige!
Das war mal eine Überraschung! Ich hab mich sehr gefreut und gleich angefangen die Gemeindeliedre zu üben. Ich muss sagen, dass mir das Spielen schon sehr gefehlt hat und ich freue mich jetzt wieder mehr "selbstgemachte" Musik in meinem leben zu haben!

So, dass war jetzt ein relativ kurzes Update. ich melde mich bald wieder. aber nächsten Samstag gehts erstmal auf die Skifreizeit und dafür gilt es noch einiges vorzubereiten. Ich bin sehr gespannt wie ich mich mit meiner sagen wir eher bescheidenen Skierfahrung schlagen werde. Aber Dank der lieben Gemeinde hier bin ich jetzt mit allen nötigen Klamotten ausgestattet: es kann also los gehen.

Habt eine Gute Woche, meine Lieben! 
Oh und auch hier nochmal alles Liebe zum Geburtstag, Mama! Es ist komisch heute nicht zu Hause zu sein und die Familienfeier vorzubereiten...
Ich denke an euch,
<3
Jana

Freitag, 23. Januar 2015

Vom Ausruhen und Neubeginnen

Hallo meine Liebsten,

Vous allez bien?
Bei mir ist alles gut und ich hab mich wieder erholt. Letzte Woche hat mich nämlich, nachdem eigentlich meine Erkältung, die ich aus London mitgebracht hatte, fast ausgestanden war, eine Bronchitis heim gesucht und ich lag für eine Woche im Bett. Das hieß viel Schlaf, viel Tee und viel Ruhe. Ich bin auch gleich am Anfang wegen meinem Fieber zum Arzt gegangen und da hat sich dann gezeigt, was ich schon vorher von vielen gehört hatte: französische Ärzte lieben Medikamente!
Mit 5 Medikamenten bestückt, kam ich aus der Apotheke zurück. Aber sie haben auch seine Wirkung gezeigt und ich habe mich wieder erholt und war diese Woche wieder ganz normal bei der Arbeit!

Da gibt es auch eine Neuigkeit: Wahrscheinlich werde ich ab Anfang März einen neuen Job dazu bekommen: einen Besuchsdienst im Krankenhaus.
Im Dezember hatten Alice und ich nämlich eine Besprechung mit unserer zuständigen Pfarrerin Christine, wie unser Jahr denn bis jetzt so läuft und wie wir uns mit allem fühlen und bei diesem Gespräch hat sie uns, vor allem, weil wir auch vorher immer wieder gesagt haben, dass wir gerne mehr Arbeit haben würden, angeboten, dass wir uns mit der zuständigen (deutschen) Pfarrerin im Krankenhaus in Verbindung setzten und einen Gesprächstermin vereinbaren (Nebenbei erwähnt: es gibt in Südfrankreich überraschend viele deutsche Pfarrerinnen).
Nach mehrmaligem Hin und Her kam der dann letzte Woche zu stande und wir haben uns über diese Arbeit im Allgemeinen, die verschiedenen Stationen und Kliniken und unsere Motivation unterhalten. Es war ein sehr angenehmes, offenes Gespräch und jetzt sieht es so aus, als könnte ich bald Besuchsdienste in einer Klinik für Menschen, die einen Unfall erlitten haben und nun jetzt wieder viele Dinge neu lernen müssen, machen. Ich bin schon sehr gespannt darauf und wie alles ablaufen wird.
Ich finde dieses Themengebiet super spannend und hoffe daraus sehr viele positive Erfahrungen zu machen und etwas lernen zu können.

So ihr Lieben, das war es eigentlich schon wieder. Ich kann euch noch kurz berichten, was mich in dieser Woche sehr gefreut hat: ich wurde von meinen beiden Mitbewohnerinnen angesprochen, dass sich mein französisch sehr verbessert hätte und ich mich inzwischen sehr gut ausdrücken könnte. 
Das hat mich sehr stolz und glücklich gemacht und ich muss auch sagen ich verliebe mich immer mehr in die französische Sprache!
Also, macht es gut und habt ein schönes Wochenende!
<3
Jana

Freitag, 9. Januar 2015

Alles beim alten...oder doch nicht?

Good Morning everyone,

Na, alles klar? Ich hoffe ihr hattet ein schönes Weihnachtsfest und ein tolles Silvester! Wo ich schon dabei bin: ich wünsche euch (ein zugegeben etwas verspätetes) frohes, neues Jahr mit ganz vielen schönen Erlebnissen, Freude, Liebe und Gesundheit!

Ich bin wieder heil und sicher in Montpellier angekommen und es geht alles weiter seinen gewohnten Gang.
Aber irgendwie auch nicht...bevor ich euch von meinem Trip nach London und allem anderen erzähle, will ich euch natürlich auch etwas von der aktuellen Situation hier berichten.

Der Anschlag in Paris vor 2 Tagen und vor allem die Solidarität mit den Opfern ist hier super present und meine ganze Facebook-Chronik ist voll von Solidaritätsbekundungen, Bildern und Infos, wo die nächste Gedenkveranstaltung ist.
Es wird immer wieder betont, dass die freie Meinungsäußerung eine der wichtigsten Grundsäulen unserer Gesellschaft ist, die nicht vor Ereignissen wie diesem einknicken wird und, was ich besonders gut finde, dass dieser brutale Akt, nichts mit dem Islam an sich zu tun hat und man jetzt überlegt handeln sollte und Gegengewalt keine Lösung ist.
Das, was ich hier schreibe, sind Dinge, die unterschiedliche Gemeindemitglieder gesagt oder geschrieben haben und ich bin sehr froh, denn sie stimmen mit meinen Vorstellungen und Gedanken überein. Ich weiß aber, dass es außerhalb der Gemeinde (und vielleicht auch bei Menschen aus der Gemeinde mit denen ich noch nicht gesprochen habe) auch andere Meinungen und Reaktionen gibt, die schärfer und leider auch gewaltvoller sind.
Ich hoffe also darauf, dass die Täter bald gefasst werden, die Familien und Angehörigen Trost finden und es einen politischen und gesellschaftlichen Konsens im Umgang mit diesen Ereignissen gibt.

Puh...es fällt mir schwer die richtigen Worte zu diesem Thema zu finden, aber ich hoffe ihr habt einen kleinen Einblick in die Situation hier bekommen!



Jetzt zu einem ziemlich anderen, ziemlich gegensätzlichen Thema: Weihnachten.
Es war super schön ein wunderschönes Weihnachtsfest mit meiner Familie zu verbringen, ganz viele liebe Menschen zu treffen und die Zeit einfach zu genießen.
Auch, wenn mir der Aufbruch mir doch schwer gefallen ist, bin ich sehr froh zu Hause gewesen zu sein und habe mich sehr auf meine Rückkehr nach Montpellier gefreut.

Aber davor kam ja noch: mein Silvester in London!
Noch im Jahr 2014 bin ich zusammen mit Alice und Clara, einer Freiwilligen der Ekir in England von Düsseldorf aus nach London geflogen. Nach einer Verspätung von 4 Studen kamen wir gut an und sind gleich zum Projekt von Jonathan, dem Freiwilligen dort gefahren.

Er arbeitet dort bei "Helping Hands", einer Anlaufstelle für Menschen, die Probleme haben ihr Leben selbst zu bewältigen und dort etwas zu Essen bekommen oder in Speziellen Fällen auch leben. Es ist also ein großes Haus mit vielen unterschiedlichen Personen und Persönlichkeiten und alles wird von Brother Julian, einem anglikanischen Mönch geleitet, der auch in dem Haus wohnt.
Außerdem organisiert das Haus einen Besuchsdienst für Leute in
der näheren Umgebung, die Hilfe beim Einkaufen, Putzen etc. oder einfach etwas Gesellschaft brauchen.
Wir Besucher haben ein Zimmer in diesem Haus für unsere Zeit da bekommen, wofür wir sehr dankbar waren und es war eine interessante Erfahrung ein anderes (so unterschiedliches) Projekt kennen zu lernen und man hat so auch eine sehr andere Sicht auf London bekommen.
Ich muss ehrlich zugeben, dass es für mich am Anfang schwierig war mich in diese Struktur einzufinden und es war für mich eine komplett neue Erfahrung so zu wohnen. Aber es war auch unglaublich lehrreich und hat mir im Endeffekt sehr viel gegeben.
Ich bin von dem Projekt an sich, dass jedem die Hand reicht und eine offene Tür für jeden hat, total begeistert, habe aber auch gemerkt, dass es für mich als Freiwillige in dem Projekt sehr schwierig wäre und bin deshalb auch sehr beeindruckt von Jonathan, der das alles dort meistert.

Ich könnte jetzt hier Jahre lang über London schreiben, 1000 Geschichten erzählen und in Erinnerungen schwelgen, es waren nämlich super schöne 9 Tage, die ich dort vebracht habe. Es tat total gut die ganzen anderen Freiwilligen zu sehen, sich über die vergangene Zeit auszutauschen, Geschichten zu hören und eine schöne Zeit zusammen zu haben.
Ein großes Highlight war natürlich das Feuerwerk am Big Ben, dass wir nur aus der Ferne betrachten konnten, da es dieses Jahr eine abgesperrte Zone mit Tickets gab. Aber trotz allem und auch wenn wir mit tausenden anderen Menschen auf einer Brücke gequetscht standen, war ein super toller Rutsch ins neue Jahr und eine ganz neue, schöne Erfahrung!

Links in der Ferne Big Ben und daneben das Feuerwerk

Also habe ich mich entschieden euch von meinen Highlights von London zu berichten:

1. Evensong: Dank dem Tipp von Alice Vater haen wir erfahren, dass man jeden Abend kostenlos in die Westminster Abbey kommt, um am Evensong teilzunehmen. Dabei singt ein Chor religiöse Lieder, es wird gebetet und Bibelstellen vorgelesen. Es war eine super tolle Athmosphäre und hat mir tausenmal besser gefallen, als es jede Tourie-Besichtigung je könnte.

Westminster Abbey



2. Beauty and the Beast: Wir wollten in London ins Theater und sind eshalb ins nächstgelegene in Stratford gegangen, um uns die Schöne und das Biest anzusehen. Es stellte sich aber am Ende raus, dass es sich dabei, um ein Kindermusical handelte. NAch anfänglicher Verwirrung über diverse Tiere, wurde es aber super lustig und am ende hatten wir mehr Spass als die Kinder, haben gesungen und getantzt!


3. Tea and Scones: Diese englische Spezialität durfte natürlich nicht fehlen! Wir waren in einem super süßen kleinen Café und es war einfach super lecker und total gemütlich!


Ich zeig euch jetzt einfach noch ein paar Fotos von dieser super coolen Reise, die vielleicht ein bisschen besser meine Begeisterung zeigen können:










Es war Alice Geburtstag, also durfte natürlich ein Kuchen nicht fehlen
















Also meine Lieben, ich hoffe es geht euch gut und ihr hattet einen guten Start in Schule, Uni, Arbeit und co., auf bald,
<3
Jana